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Coburger Hütte (1.920m) - Wettersteingebirge

 

Für diesen Tag steht eine Tour zu der Coburger Hütte auf dem Programm. Für die Tour bekommen wir auch Verstärkung, so sind diesmal Silvia, Tine, Nadja, Much, Joe und meine Wenigkeit mit von der Partie.

Mit dem Auto geht es nach Ehrwald. Unser Gefährt stellen wir auf dem großen Parkplatz der Liftanlage Ehrwalder Alm ab.

Zuerst folgen wir dem Fahrweg rechts und treffen auch schon gleich auf die erste Wegegabelung: kurz beraten wir, welchen Aufstieg wir nun wählen sollen. Der Hohe Gang scheint sehr steil zu sein und wir wollen es ja nicht allzu beschwerlich angehen lassen. Also folgen wir weiterhin dem Fahrweg in Richtung Ehrwalder Alm.

Vorbei an üppig grünen Wiesen mit einer Vielzahl an herrlichen Alpenblumen, steigen wir über mäßig steiles Gelände zur Ehrwalder Alm auf. Wir folgen dabei stets dem Fahrweg. In einem weiten Bogen queren wir nun den Kessel der Alm und kommen dann auf das Plateau oberhalb der Seebenwände.

Weiterhin dem breiten Hüttenweg folgend, treffen wir etwa nach 1¾ Stunden bei der Seebenalm ein. Wir steigen weiter auf zum etwas höher liegenden Seebensee. Der See liegt herrlich in ein kleines Tal zwischen Sonnenspitze und den Abstürzen der Tajaköpfe eingebettet. Am Talschluß schwingt sich das Gelände auf einen Geländerücken auf, auf welchem wir schon die Coburger Hütte ausmachen können.

Much als eingefleischter Bergfex ist nicht mehr zu halten und will noch schnell die Sonnenspitze "mitnehmen". Der Rest der Truppe begnügt sich mit dem Aufstieg zur Coburger Hütte. Ich würde zwar auch gerne die Sonnenspitze erklimmen, allerdings reicht meine Kondition noch nicht dafür aus.

Für Much als Bergführer und begeisterten Alpinisten stellt der Aufstieg jedoch keinerlei Schwierigkeiten dar. Es dauert nicht lange und schon ist er im Bergwald verschwunden. Wir wandern also weiter entlang des Seebenseeufers zurück zum Talschluß. In Serpentinen zieht sich der Weg durch einige Latschenfelder hinauf zu der Hütte. Große Teile des Steiges sind noch von Schnee bedeckt.

Beim Aufstieg macht sich der Schnee ganz gut, da er eine angenehme Kühle spendet. So dauert es nicht lange bis wir an der Hütte ankommen. Die Terrasse ist schon recht voll von Alpinfreunden, aber wir finden an der hinteren Hüttenwand ein sonniges und windstilles Plätzchen. Von der Terrasse aus hat man auch einen schönen Ausblick auf den ein wenig unterhalb der Hütte liegenden Drachensee. Leider ist der noch großteils zugefroren und so kann man seine eindrucksvolle dunkelgrüne Färbung kaum sehen.

Wir genießen nun erst einmal den herrlichen Ausblick auf die umliegende Bergwelt. Der Aufenthalt auf der Hütte wird weiterhin durch ein kulinarisches Schmankerl abgerundet: dem Kaiserschmarrn (unbedingt probieren!). Nach etwa einer
dreiviertel Stunde Rast fängt es die Damen an zu frieren ;-)


So steigen wir wieder zum Seebensee ab. Über die steilen Schneefelder wage ich dann schon mal eine "Abfahrt". Die Damenwelt ist davon anfangs noch nicht sonderlich angetan. Erst als Much, der mittlerweile schon über die Sonnenspitze "gerannt" ist, ebenfalls die Schneehänge in einem berauschenden Tempo herunterbrettert, kommen auch Tine, Silvia und Nadja auf den Geschmack. Mit großem Gelächter und rasendem Tempo geht es dann in Richtung Talgrund. So mancher (ungefährliche) Sturz in den Schnee bringt die anderen Wanderer immer wieder zum Lachen und auch wir haben unsere helle Freude an der schnellen Abstiegsvariante.

Viel zu schnell ist der Spaß vorbei und nun müssen wir wieder laufen. In wenigen Minuten geht es dann hinunter zu der Seebenalm, wo wir nun alle gemeinsam eine Rast auf der Hüttenterrasse einlegen. Leider sind wir noch von dem Schmaus auf der Coburger Hütte zu satt, um auch noch die kulinarischen Genüsse dieser Hütte zu verkosten. Nur Much, der bei unserer ersten Rast nicht dabei war, verfügt über den nötigen Hunger, um sich eine Portion Hauswurst mit Kraut und Speckknödel einzuverleiben.

Die Truppe ist nun nach dem Laufen, Lachen und einigen Radlern schon sehr müde und wir brechen in Richtung Tal auf. Zuerst geht es über den Fahrweg in Richtung Ehrwalder Alm zurück. Beim Immensteig trennen sich dann unsere Wege. Tine, Nadja und Joe gehen auf dem Fahrweg weiter. Silvia, Much und ich wollen den Abstieg über den Immensteig wagen, welcher laut dem Wegweiser nur für Geübte zu begehen ist.

Durch ein dichtes Wäldchen kommen wir an die Kante des Plateaus vor, hin zu den Abbrüchen der Seebenwände. Ein Gatter mit einem angebrachten Schild fordert nochmals dazu auf, dass nur erfahrene, trittsichere und schwindelfreie Wanderer den Steig begehen sollten. Über Stufen geht es dann in den Steilhang. Ein kleiner, neu hergerichteter Steig führt durch den lichten Bergwald hinunter. Nach wenigen Minuten kommen wir an die erste drahtseilgesicherte Passage, welche unterhalb eines Felsenbandes verläuft. Unter dem Steig fällt das Gelände sehr steil in eine Felsrinne ab. Für einen Bergerfahrenen ist der Durchstieg jedoch problemlos zu meistern und so kommen wir schnell voran.

Wieder geht es einige Meter über den kleinen Steig hinunter und erneut treffen wir auf eine drahtseilgesicherte Stelle. Auch diese ist ohne größere Probleme zu bewältigen. Kurz nach dieser Passage führt ein kleiner Steig direkt unterhalb eines rauschenden Wasserfalles, welcher einen angenehm kühlenden Wind erzeugt. Dies ist ebenfalls sehr eindrucksvoll und so genießen wir alle den Anblick .

In wenigen Minuten kommen wir dann hinunter auf die Wiesenfläche und bald darauf zur Talstation der Gondelbahn "Ehrwalder Alm". Auch Nadja und Tine treffen fast zeitgleich ein und wir beschließen somit die Tour des heutigen Tages.

 

 
   
Talort Höhendifferenz in m
Ehrwald 810
   
Stützpunkt Gebirgsgruppe
Seebenalm (1.575m), Coburger Hütte (1.920m) Wettersteingebirge
   
Zeit in h Charakter
4,5 - 5 unschwieriger Aufstieg über die Ehrwalder Alm; Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind für die Varianten über den Hohen Gang und Immensteig erforderlich
   
 

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