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Für diesen Tag
steht eine Tour zu der Coburger Hütte auf dem Programm. Für
die Tour bekommen wir auch Verstärkung, so sind diesmal
Silvia, Tine, Nadja, Much, Joe und meine Wenigkeit mit von der
Partie.
Mit dem Auto geht es nach Ehrwald. Unser Gefährt stellen wir
auf dem großen Parkplatz der Liftanlage Ehrwalder Alm ab.
Zuerst folgen wir dem Fahrweg rechts und treffen auch schon
gleich auf die erste Wegegabelung: kurz beraten wir, welchen
Aufstieg wir nun wählen sollen. Der Hohe Gang scheint sehr
steil zu sein und wir wollen es ja nicht allzu beschwerlich
angehen lassen. Also folgen wir weiterhin dem Fahrweg in
Richtung Ehrwalder Alm.
Vorbei an üppig grünen Wiesen mit einer Vielzahl an herrlichen
Alpenblumen, steigen wir über mäßig steiles Gelände zur
Ehrwalder Alm auf. Wir folgen dabei stets dem Fahrweg. In
einem weiten Bogen queren wir nun den Kessel der Alm und
kommen dann auf das Plateau oberhalb der Seebenwände.
Weiterhin dem breiten Hüttenweg folgend, treffen wir etwa nach
1¾ Stunden bei der Seebenalm ein. Wir steigen weiter auf zum
etwas höher liegenden Seebensee. Der See liegt herrlich in ein
kleines Tal zwischen Sonnenspitze und den Abstürzen der
Tajaköpfe eingebettet. Am Talschluß schwingt sich das Gelände
auf einen Geländerücken auf, auf welchem wir schon die
Coburger Hütte ausmachen können.
Much als eingefleischter Bergfex ist nicht mehr zu halten und
will noch schnell die Sonnenspitze "mitnehmen". Der Rest der
Truppe begnügt sich mit dem Aufstieg zur Coburger Hütte. Ich
würde zwar auch gerne die Sonnenspitze erklimmen, allerdings
reicht meine Kondition noch nicht dafür aus.
Für Much als Bergführer und begeisterten Alpinisten stellt der
Aufstieg jedoch keinerlei Schwierigkeiten dar. Es dauert nicht
lange und schon ist er im Bergwald verschwunden. Wir wandern
also weiter entlang des Seebenseeufers zurück zum Talschluß.
In Serpentinen zieht sich der Weg durch einige Latschenfelder
hinauf zu der Hütte. Große Teile des Steiges sind noch von
Schnee bedeckt.
Beim Aufstieg macht sich der Schnee ganz gut, da er eine
angenehme Kühle spendet. So dauert es nicht lange bis wir an
der Hütte ankommen. Die Terrasse ist schon recht voll von
Alpinfreunden, aber wir finden an der hinteren Hüttenwand ein
sonniges und windstilles Plätzchen. Von der Terrasse aus hat
man auch einen schönen Ausblick auf den ein wenig unterhalb
der Hütte liegenden Drachensee. Leider ist der noch großteils
zugefroren und so kann man seine eindrucksvolle dunkelgrüne
Färbung kaum sehen.
Wir genießen nun erst einmal den herrlichen Ausblick auf die
umliegende Bergwelt. Der Aufenthalt auf der Hütte wird
weiterhin durch ein kulinarisches Schmankerl abgerundet: dem
Kaiserschmarrn (unbedingt probieren!). Nach etwa einer
dreiviertel Stunde Rast fängt es die Damen an zu frieren ;-)
So steigen wir wieder zum Seebensee ab. Über die steilen
Schneefelder wage ich dann schon mal eine "Abfahrt". Die
Damenwelt ist davon anfangs noch nicht sonderlich angetan.
Erst als Much, der mittlerweile schon über die Sonnenspitze
"gerannt" ist, ebenfalls die Schneehänge in einem
berauschenden Tempo herunterbrettert, kommen auch Tine, Silvia
und Nadja auf den Geschmack. Mit großem Gelächter und rasendem
Tempo geht es dann in Richtung Talgrund. So mancher
(ungefährliche) Sturz in den Schnee bringt die anderen
Wanderer immer wieder zum Lachen und auch wir haben unsere
helle Freude an der schnellen Abstiegsvariante.
Viel zu schnell ist der Spaß vorbei und nun müssen wir wieder
laufen. In wenigen Minuten geht es dann hinunter zu der
Seebenalm, wo wir nun alle gemeinsam eine Rast auf der
Hüttenterrasse einlegen. Leider sind wir noch von dem Schmaus
auf der Coburger Hütte zu satt, um auch noch die kulinarischen
Genüsse dieser Hütte zu verkosten. Nur Much, der bei unserer
ersten Rast nicht dabei war, verfügt über den nötigen Hunger,
um sich eine Portion Hauswurst mit Kraut und Speckknödel
einzuverleiben.
Die Truppe ist nun nach dem Laufen, Lachen und einigen Radlern
schon sehr müde und wir brechen in Richtung Tal auf. Zuerst
geht es über den Fahrweg in Richtung Ehrwalder Alm zurück.
Beim Immensteig trennen sich dann unsere Wege. Tine, Nadja und
Joe gehen auf dem Fahrweg weiter. Silvia, Much und ich wollen
den Abstieg über den Immensteig wagen, welcher laut dem
Wegweiser nur für Geübte zu begehen ist.
Durch ein dichtes Wäldchen kommen wir an die Kante des
Plateaus vor, hin zu den Abbrüchen der Seebenwände. Ein Gatter
mit einem angebrachten Schild fordert nochmals dazu auf, dass
nur erfahrene, trittsichere und schwindelfreie Wanderer den
Steig begehen sollten. Über Stufen geht es dann in den
Steilhang. Ein kleiner, neu hergerichteter Steig führt durch
den lichten Bergwald hinunter. Nach wenigen Minuten kommen wir
an die erste drahtseilgesicherte Passage, welche unterhalb
eines Felsenbandes verläuft. Unter dem Steig fällt das Gelände
sehr steil in eine Felsrinne ab. Für einen Bergerfahrenen ist
der Durchstieg jedoch problemlos zu meistern und so kommen wir
schnell voran.
Wieder geht es einige Meter über den kleinen Steig hinunter
und erneut treffen wir auf eine drahtseilgesicherte Stelle.
Auch diese ist ohne größere Probleme zu bewältigen. Kurz nach
dieser Passage führt ein kleiner Steig direkt unterhalb eines
rauschenden Wasserfalles, welcher einen angenehm kühlenden
Wind erzeugt. Dies ist ebenfalls sehr eindrucksvoll und so
genießen wir alle den Anblick .
In wenigen Minuten kommen wir dann hinunter auf die
Wiesenfläche und bald darauf zur Talstation der Gondelbahn "Ehrwalder
Alm". Auch Nadja und Tine treffen fast zeitgleich ein und wir
beschließen somit die Tour des heutigen Tages.
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