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Grießbachalm (1.475m) - Lechtaler Alpen

 
Heute ist es uns doch glatt einmal gelungen rechtzeitig aufzustehen, um dann nicht in der ärgsten Mittagshitze auf die Berge stiefeln zu müssen. Nadja kann mittels der "Noch-fünf-Minuten-Mami-Taktik" noch etwas Zeit herausschinden, aber um viertel nach sieben ist dann endgültig Tagwache angesagt. Joe ist auch noch mit einer leichten Bewusstlosigkeit geschlagen. Aber während wir die Rucksäcke klarmachen, kann auch er sich dazu aufraffen, sein Schlafgemach zu verlassen. Joe ist übrigens ein Morgenmuffel.

Als nun alles eingepackt ist, kann die Reise in Richtung Lechtal losgehen. Unser heutiges Ziel ist die Grießbachalpe und ein Gipfelmarsch auf die Wannenspitze. Das Wetter ist heute wieder seit längerem vorzüglich und so steht dem Unterfangen eigentlich nichts mehr im Wege. Das Fahrzeug parken wir in Grießau (Weiler von Häselgehr), direkt am Beginn des Transportweges zur Alm am dafür vorgesehenen Parkplatz.

Die angenehme Kühle des Morgens macht den Anstieg wesentlich einfacher und so kommen wir gut voran. Etwa eine halbe Stunde Fußmarsch ist erforderlich, bis man den eigentlichen Taleingang erreicht hat. Aus dem Wäldchen kommend, kann man gleich einen atemberaubenden Schluchtblick genießen. Beinahe eben geht es dann das Tal einwärts, welches sich an seinem Ende nach links zieht.

Schon bald kann man in der Ferne den Almboden mit dem Almgebäude ausmachen, welches von herrlichen Bergen eingerahmt, noch im morgendlichen Schatten liegt. Die Gipfel sind schon in ihrer ganzen Pracht von der Sonne beleuchtet und die Schneefelder glitzern uns aus der Höhe entgegen. Nach etwa eineinhalb Stunden ist nun der erste Teil unserer Tour geschafft. Für einen Einkehrschwung in die Grießbachalm ist es aber noch zu früh und wir wandern links an der Hütte vorbei, weiterhin auf einem Forstweg bleibend.

Kurz hinter der Hütte befindet sich direkt neben dem Weg ein Stollen, über dessen Ursprung ich mir nicht sicher bin. Vielleicht kennt ja jemand den Nutzen und schreibt mir einmal eine E-Mail? Wir gehen also den Weg bis zum Bach und können bis dato noch keinen Wegweiser, welcher uns auf den Weg zur Wannenspitze leiten würde, erkennen. Es geht noch über einige Kehren hinauf und dann erreichen wir das Ende des Fahrweges.

Wo ist nun der Weg zur Wannenspitze? Schon bei früheren Touren im Lechtal habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Beschilderungen teilweise katastrophal sind oder gar gänzlich fehlen, so wie in diesem Fall. Wir stapfen über eine Weide nach links auf einen Geländerücken um zu sehen, ob wir nicht irgendwo den Steig ausmachen können. Dort angekommen finden wir tatsächlich Hinweise auf einen Steig und folgen den schon eher ausgebleichten Markierungen.

Der Weg ist allerdings ziemlich steil, führt aber wenigstens durch kühlenden Wald in die Höhe. Nach einer halben Stunde Steilaufstieg erreichen wir dann einen noch steileren Graslatz. Im Zickzack queren wir den Steilhang und Nadja bekommt bald Angst, sie könnte im noch feuchten Gras ins Rutschen kommen und abstürzen. Nachdem ich sie wegen dieser kleinen Panikattacke beruhigt habe, beschlossen wir nicht mehr weiterzugehen und erst einmal eine Rast zu machen. Wir wollen erst absteigen, wenn der Graslatz von der Sonne etwas getrocknet wurde.

Der Abstieg gestaltet sich dann ziemlich angespannt. Langsam tapsen wir Schritt für Schritt an der Seite des Steilhanges hinunter und erreichen dann endlich den sicheren Wald. Von dort ist der restliche Weg hinunter dann ein Kinderspiel, aber die Lust am Wandern ist zumindest mir für heute vergangen. Um uns wieder zu entspannen geht es dann zur Alm zurück.

Kurz vor der Hütte entdecken wir dann über dem Bach einen kleinen Pfad, der durch die Latschen führt. Dies muss der "echte" Weg auf die Wannenspitze sein. Allerdings ist auch beim Rückweg kein einziger Wegweiser zu entdecken. Wieder einmal muss ich an dieser Stelle den Verantwortlichen den Vorwurf machen, hier ihre Aufgabe nicht sorgfältig auszuführen!

Auf der Hütte selbst beginnt dann ein ganz anderes Kapitel. Zur Begrüßung gibt es erst einmal einen Schnaps, vorher wird man nämlich gar nicht eingelassen. Weiter geht es dann mit einem Programm, das man wohl so schnell auf keiner Hütte zu sehen bekommt. Nachdem der Hüttenwirt Toni die Gäste mit ein paar Witzen aufgelockert hat, geht es daran den Wettbewerb im "Gamsmelken" zu bestreiten. Alles in allem gestaltet sich der Nachmittag dann sehr amüsant und die vorwiegend älteren deutschen Gäste haben an dem Entertainer Toni ihre wahre Freude.

Nach einem guten Kaiserschmarren geht es dann den selben Weg, den wir heraufgekommen sind wieder zurück ins Tal.

 
   
Talort Höhendifferenz in m
Häselgehr 410
   
Stützpunkt Gebirgsgruppe
Grießbachalm (1.475m) Lechtaler Alpen
   
Zeit in h Charakter
3 leichte Almwanderung bis zur Grießbachalm
   
 

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