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Kellenspitze (2.247m) - Tannheimer Berge

 
Der höchste Gipfel der Tannheimer Gruppe hieß nicht immer Kellenspitze (Köllenspitze). Früher trug er den Namen "Metzenarsch". Übersetzt würde daraus ein Schimpfwort für eine käufliche Dame.
Dieser etwas pikante Name dürfte daher kommen, dass, nachdem der Berg wieder einmal seinen Schutt und das Geröll in das nördlich vorgelagerte Raintal entleerte, die Bauern die Gesteinsbrocken und den Unrat aus der Weide entfernen mussten. Derartige Flüche und Schimpfwörter dürften dann schon einmal gefallen sein und einer dieser derben Namen ist ihm dann wohl geblieben.

Diesen Namen verlor der Gipfel erst 1850 durch die Königin Marie von Bayern. Als die Mutter des "Märchenkönigs" sich nämlich das Panorama erklären ließ, geriet ihr Bergführer in eine prekäre Lage. Er brachte es nicht über das Herz der adeligen Begleiterin den wahren Namen des Gipfels zu nennen. Gottlob besann sich der Mann auf einen Flurnamen in der Nähe des Berges. In östlicher Richtung gab es ein Tal welches an seinem obersten Ende als "in der Kelle" bekannt war. So kam der "Metzenarsch" zu seinem salonfähigen Namen.

Der Anstieg

Westlich der Ortschaft Nesselwängle finden sich Parkplätze. Von hier aus führt eine kleine asphaltierte Straße in Richtung Norden welche nach ca. 700 Metern auf einen Forstweg trifft. Wir gehen auf diesem nach rechts und kommen nach ca. einer viertel Stunde zu den obersten Häusern des Ortes Nesselwängle. Bald darauf treffen wir auf einen Wegweiser. Dieser zeigt uns den Weg zum Gimpelhaus und der Tannheimer Hütte. Über etliche Serpentinen schlängelt sich der Weg durch den Wald, der allerdings durch die Stürme der letzten Jahre sehr in Mitleidenschaft gezogen wurde. Über eine rechts steile Geländestufe kommen wir dann zum Gimpelhaus. Rechts der Hütte führt der Weg weiter zur Tannheimer Hütte. Ab der Hütte schwenkt der Weg nun nach links über einen Buckel ein und wir gewinnen stetig an Höhe. Oberhalb des Schrofens der über der Tannheimer Hütte prangt führt der Weg nun wieder nach rechts und auf ihm kommen wir baldigst in die so genannte "Nesselwängler Scharte". Hier befindet sich auch der Einstieg zur Köllenspitze.
Nun steigen wir rechtshaltend durch die Grashänge. Der Steig verläuft hier parallel zum Westgrat in östliche Richtung. Danach folgt ein kurzer Abstieg durch einen kleinen Kamin (I). Schräg links geht es nun hinauf zum Einstieg in den Kamin. Dieser Kamin stellt die Schlüsselstelle des Aufstiegs dar und wartet mit dem Schwierigkeitsgrad II auf. Mittels eines unhandlichen Drahtseiles wird diese Passage genommen.
Danach ein letzter kurzer Anstieg (I) und zum Gipfel.

 
   
Talort Höhendifferenz in m
Nesselwängle 1.150
   
Stützpunkt Gebirgsgruppe
Gimpelhaus, Tannheimer Hütte Tannheimer Berge
   
Zeit in h Charakter
5 - 6 Aufstieg bis Nesselwängler Scharte auf alpinen Wegen; Gipfelaufbau teilweise im I. Schwierigkeitsgrad, eine senkrechte Felsstufe ist mit einem Drahtseil gesichert
   
 

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