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Thanellerkar - Rauchälpele (1.730m) - Lechtaler Alpen

 

Obwohl oder gerade weil der Winter schon in den höheren Lagen Einzug hält, machen Joe und ich eine kleine Sonntagswanderung ins Thanellerkar und anschließend zu dem nicht bewirtschafteten Rauchälpele.

 

Am Parkplatz des Thanellerkar-Liftes, zwischen der Klause Ehrenberg und dem Ort Heiterwang, stelle ich das Auto ab. Über den Pistenbereich führt eine kaum auszumachende Spur den Hang hinauf. In wenigen Minuten erreichen wir den unteren Fahrweg. Wir queren diesen nur und steigen gleich weiter über den Pistenhang auf. Immer wieder zeigen kleine Markierungen an Bäumen oder Steinen den richtigen Weg an.

 

Das Kärlestal wird enger und so zieht der Fahrweg, auf welchen wir treffen, jetzt steil bergan und ich denke mir, dass so manches schwächere Gefährt hier wohl keine Chance hätte hoch zu kommen. Nach etwa 20 Minuten Marsch über Pistengelände und steile Fahrwege treffen wir auf eine Weggabelung am so genannten Taleck. Hier führt jetzt ein kleiner Steig weiter durch das Kärlestal in das Thanellerkar hinauf. Nach rechts zweigt der Fahrweg ab und verschwindet gleich über der Geländekante im Wald.

 

Ich wähle den kleinen Fußsteig durch das Kärlestal als unseren Anstieg und so steigen wir über steiles Gelände im Zickzack durch Latschengassen und lichten Bergwald hinauf. Weiter oben im Thanellerkar hält der Nebel den Berg gefangen und lässt nur selten einen Blick auf den Fels der sonst so schönen Felspyramide des Thanellers zu. Auch die Luft wird immer kälter und durch das kleine Tal weht ein eisiger Wind empor. Mit schnellem Schritt wandern Joe und ich den Steig hinauf um nicht auszukühlen.

 

Etwa nach einer Stunde Aufstieg erreichen wir den großen Felsbrocken im Thanellerkar, auf welchem viele kleine Wegweiser in alle Himmelsrichtungen deuten. Es ist jetzt erst einmal Zeit eine Jacke anzuziehen, da die Witterung einen frösteln lässt. Joe hat auch seine wahre Freude an dem weißen Element und er nimmt gleich ein paar Happen von dem kühlen Schnee. Ungeduldig wartet er, bis ich meine Jacke angezogen und einen kurzen Blick auf die Karte geworfen habe.

 

Es gibt heute doch so viel für Joe zu sehen. Einige Gemsen haben wir im Kärlestal schon beobachten können und wer weiß wie viele Gerüche noch in Joe seiner Nase verfügbar sind? Gottlob ist Joe brav und es bleibt stets beim Schauen und Erschnüffeln seiner Umgebung.

 

Unser Weg führt jetzt aber weiter über das kleine Jöchle, dem mit 1.730 Metern höchsten Punkt unserer heutigen Wanderung. Im Nebel ist von der Umgebung nicht viel zu sehen und wir halten uns nicht lange auf dem kleinen Sattel auf. Auf einer dünnen Schicht des frischen Schnees stapfen wir durch den Wald hinunter und nach einiger Zeit lichtet sich der dichte Nebel wieder und gibt den Blick auf Reutte und Weißenbach frei.

 

Über zerfurchte Almböden, gesäumt von lichtem Wald, geht es in wenigen Minuten zu den Hütten des Rauchälpele hinab. In dem kleinen Almkessel stehen zwei kleine Gebäude und die Überreste eines riesigen Hüttentraktes aus längst vergangenen Tagen. Ein anfangs kleiner Graben wird gegen den unteren Bereich des Talbodens immer tiefer und dürfte an seiner tiefsten Absenkung wohl mannshoch sein. Das Hochwasser und die intensiven Regenfälle Ende August haben also auch hier heroben ihre Spuren hinterlassen.

 

Nach einigen Fotos geht es weiter zum Talgrund hinaus und über eine Geländekante hinunter. Der Steig zieht sich jetzt schmal durch die schrofigen Rinnen und so manche Seilsicherung erleichtert das Vorankommen etwas. Stellenweise sind aber solche Drahtseilsicherungen nicht möglich und gerade an diesen Stellen bricht der Steig durch Erosion ab. Festes Schuhwerk, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind in diesem Bereich also Pflicht.

 

Nachdem dieser Schrofensteig erst einmal überwunden ist, wartet der Weg mit einem herrlich idyllischen Charakter auf. Selbst jetzt ist der kleine Steig noch von vielen schönen Blumen gesäumt und in leichtem Gefälle geht es durch kleine Wäldchen und unter kleinen Schrofen hindurch. In etwa 25 Minuten ab den Hütten ist der Fahrweg erreicht und so schlendern wir das kleine Tal hinaus und treffen nach weiteren 10 Minuten auf die Wegegabelung am Taleck. Wir steigen ab dort den selben Weg den wir heraufgekommen sind wieder hinab.

 

Für einen kalten, nebligen Sonntag Nachmittag ist diese Tour einfach ideal und wird von mir bei schlechter Witterung oder bei zu geringer Lust für eine große Tour bestimmt wiederholt.

 

 
   
Talort Höhendifferenz in m
Heiterwang 680
   
Wegstrecke gesamt in km Höhenmeter gesamt
4,0 680
   
Stützpunkt Gebirgsgruppe
--- Lechtaler Alpen
   
Zeit in h Charakter
2,5 - 3 im Bereich unterhalb des Rauchälpele ist der Weg etwas ausgesetzt und brüchig; Trittsicherheit und Schwindelfreiheit notwendig
   
 

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