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Obwohl oder gerade
weil der Winter schon in den höheren Lagen Einzug hält, machen
Joe und ich eine kleine Sonntagswanderung ins Thanellerkar und
anschließend zu dem nicht bewirtschafteten Rauchälpele.
Am Parkplatz des Thanellerkar-Liftes, zwischen der Klause
Ehrenberg und dem Ort Heiterwang, stelle ich das Auto ab. Über
den Pistenbereich führt eine kaum auszumachende Spur den
Hang hinauf. In wenigen Minuten erreichen wir den unteren
Fahrweg. Wir queren diesen nur und steigen gleich weiter über
den Pistenhang auf. Immer wieder zeigen kleine Markierungen an
Bäumen oder Steinen den richtigen Weg an.
Das Kärlestal wird enger und so zieht der Fahrweg, auf welchen
wir treffen, jetzt steil bergan und ich denke mir, dass so
manches schwächere Gefährt hier wohl keine Chance hätte hoch
zu kommen. Nach etwa 20 Minuten Marsch über Pistengelände und
steile Fahrwege treffen wir auf eine Weggabelung am so
genannten Taleck. Hier führt jetzt ein kleiner Steig weiter
durch das Kärlestal in das Thanellerkar hinauf. Nach rechts
zweigt der Fahrweg ab und verschwindet gleich über der
Geländekante im Wald.
Ich wähle den kleinen Fußsteig durch das Kärlestal als unseren
Anstieg und so steigen wir über steiles Gelände im Zickzack
durch Latschengassen und lichten Bergwald hinauf. Weiter oben
im Thanellerkar hält der Nebel den Berg gefangen und lässt nur
selten einen Blick auf den Fels der sonst so schönen
Felspyramide des Thanellers zu. Auch die Luft wird immer
kälter und durch das kleine Tal weht ein eisiger Wind empor.
Mit schnellem Schritt wandern Joe und ich den Steig hinauf um
nicht auszukühlen.
Etwa nach einer Stunde Aufstieg erreichen wir den großen
Felsbrocken im Thanellerkar, auf welchem viele kleine
Wegweiser in alle Himmelsrichtungen deuten. Es ist jetzt erst
einmal Zeit eine Jacke anzuziehen, da die Witterung einen
frösteln lässt. Joe hat auch seine wahre Freude an dem weißen
Element und er nimmt gleich ein paar Happen von dem kühlen
Schnee. Ungeduldig wartet er, bis ich meine Jacke angezogen
und einen kurzen Blick auf die Karte geworfen habe.
Es gibt heute doch so viel für Joe zu sehen. Einige Gemsen
haben wir im Kärlestal schon beobachten können und wer weiß
wie viele Gerüche noch in Joe seiner Nase verfügbar sind?
Gottlob ist Joe brav und es bleibt stets beim Schauen und
Erschnüffeln seiner Umgebung.
Unser Weg führt jetzt aber weiter über das kleine Jöchle, dem
mit 1.730 Metern höchsten Punkt unserer heutigen Wanderung. Im
Nebel ist von der Umgebung nicht viel zu sehen und wir halten
uns nicht lange auf dem kleinen Sattel auf. Auf einer dünnen
Schicht des frischen Schnees stapfen wir durch den Wald
hinunter und nach einiger Zeit lichtet sich der dichte Nebel
wieder und gibt den Blick auf Reutte und Weißenbach frei.
Über zerfurchte Almböden, gesäumt von lichtem Wald, geht es in
wenigen Minuten zu den Hütten des Rauchälpele hinab. In dem
kleinen Almkessel stehen zwei kleine Gebäude und die Überreste
eines riesigen Hüttentraktes aus längst vergangenen Tagen. Ein
anfangs kleiner Graben wird gegen den unteren Bereich des
Talbodens immer tiefer und dürfte an seiner tiefsten Absenkung
wohl mannshoch sein. Das Hochwasser und die intensiven
Regenfälle Ende August haben also auch hier heroben ihre
Spuren hinterlassen.
Nach einigen Fotos geht es weiter zum Talgrund hinaus und über
eine Geländekante hinunter. Der Steig zieht sich jetzt schmal
durch die schrofigen Rinnen und so manche Seilsicherung
erleichtert das Vorankommen etwas. Stellenweise sind aber
solche Drahtseilsicherungen nicht möglich und gerade an diesen
Stellen bricht der Steig durch Erosion ab. Festes Schuhwerk,
Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind in diesem Bereich
also Pflicht.
Nachdem dieser Schrofensteig erst einmal überwunden ist,
wartet der Weg mit einem herrlich idyllischen Charakter auf.
Selbst jetzt ist der kleine Steig noch von vielen schönen
Blumen gesäumt und in leichtem Gefälle geht es durch kleine
Wäldchen und unter kleinen Schrofen hindurch. In etwa 25
Minuten ab den Hütten ist der Fahrweg erreicht und so
schlendern wir das kleine Tal hinaus und treffen nach weiteren
10 Minuten auf die Wegegabelung am Taleck. Wir steigen ab dort
den selben Weg den wir heraufgekommen sind wieder hinab.
Für einen kalten, nebligen Sonntag Nachmittag ist diese Tour
einfach ideal und wird von mir bei schlechter Witterung oder
bei zu geringer Lust für eine große Tour bestimmt wiederholt.
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